Chorionzottenbiopsie

Die Chorionzottenbiopsie kann schon ab der 9. Schwangerschaftswoche erfolgen, also um einiges früher als die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese).

Wie die Fruchtwasseruntersuchung dient sie dem Nachweis fehlerhafter Erbanlagen des Embryos bzw. bestimmter Stoffwechselerkrankungen.

Die Chorionzotten bilden sich an der äußeren Haut der Keimblase, aus ihnen entwickelt sich dann die Plazenta.

Da diese Zotten die gleichen Zellen wie das Kind enthalten, können sie auf mögliche Erbkrankheiten untersucht werden. Die Zellentnahme bei der Chorionzottenbiopsie kann auf zwei Arten erfolgen. Die Entscheidung welche der beiden Methoden zur Anwendung kommt, liegt beim behandelnden Arzt.

• transabdominal – bedeutet das Einführen einer Nadel durch die Bauchdecke. Hier wird unter Ultraschallkontrolle eine Nadel in die Bauchdecke der Schwangeren eingeführt, bis in die Plazenta vorgeschoben und Gewebe entnommen.

• transzervikal – bedeutet über den Muttermund. Diese Methode kommt eher in der Frühschwangerschaft zum Tragen. Es wird ein dünner Schlauch (Katheder) durch die Vagina und den Gebärmuttermund in die Plazenta geschoben und das Gewebe der Chorionzotten entnommen.

Das Ergebnis liegt, im Vergleich zur Fruchtwasseruntersuchung relativ bald, nämlich spätestens eine Woche nach dem Eingriff vor. Das Fehlgeburtsrisiko bei der Chorionzottenbiopsie liegt bei etwa einem Prozent.

Da die Chorionzottenbiopsie keine Routineuntersuchung ist, wird sie nur auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren bzw. der Eltern angewendet. Hierbei ist der behandelnde Arzt verpflichtet, die Schwangere vor der Untersuchung ausführlich zu beraten und ihr die Vor- und Nachteile dieser invasiven Untersuchungsmethode in verständlicher Art zu erklären.

Auch muss der Arzt darauf hinweisen, dass es für die meisten feststellbaren Besonderheiten keine Therapie zur Heilung gibt.

Im Falle eines positiven Untersuchungsbefundes stehen letztlich nur die Annahme des Kindes mit seiner Besonderheit, die Freigabe des Kindes zur Adoption bzw. die Abgabe des Kindes in eine Pflegefamilie oder ein Heim oder der Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) zur Wahl.





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