Diabetes in der Schwangerschaft

Schwangerschaftsdiabetes, auch als Gestationsdiabetes bezeichnet, ist eine spezielle Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft entsteht und unmittelbar nach der Geburt meistens wieder verschwindet. Sie betrifft ca. 2% bis 14% der schwangeren Frauen und zählt insgesamt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen.

Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes

Risikofaktoren dafür sind Übergewicht, ein Alter über 30 Jahren und eine erbliche Vorbelastung. Sollte bei einer Vorsorgeuntersuchung festgestellt werden, dass Sie Zucker im Urin haben, wird Ihnen Ihr Arzt empfehlen, einen so genannten Zuckerbelastungstest zu machen.

Dieser Test dient der genauen Bestimmung des Zuckergehaltes in Ihrem Blut. Dabei wird die Blutzuckerkonzentration nüchtern und nach Einnahme einer Zuckerlösung bestimmt.

Da diese Form der Zuckerkrankheit meistens ohne Beschwerden verläuft, wird sie meist erst durch diesen Suchtest gefunden.

Wie kommt es zur Schwangerschaftsdiabetes?

Diabetes entsteht, wenn der Körper nicht im Stande ist, ausreichend Insulin zu produzieren. Insulin ist ein Hormon, welches in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es reguliert die Menge an Zucker, die sich zur Gewinnung von Energie im Blut befindet, und deaktiviert überschüssigen Zucker, der nicht zur Speicherung benötigt wird.

Zur ausreichenden Versorgung Ihres Babys muss Ihr Körper nun mehr Insulin produzieren als sonst – besonders in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft.

Wenn Ihr Körper das nicht schafft, entwickeln Sie Schwangerschaftsdiabetes.

Aber auch die aus der Schwangerschaft resultierenden Veränderungen der Hormone können die Insulin-Produktion stören und so zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen.

Probleme bei der Geburt durch Schwangerschaftsdiabetes

Gestationsdiabetes kann unter Umständen für das ungeborene Kind gefährlich sein. Wegen der großen Gewichts- und Größenzunahme kann es zu Problemen während der Geburt kommen, welche durch die ungünstigeren Platzverhältnisse auch für das Kind belastender verläuft. Oft wird in diesen Fällen auch ein Kaiserschnitt notwendig.

Die Ausreifung des ungeborenen Kindes kann verzögert ablaufen, sodass nach der Geburt Anpassungsstörungen auftreten können. Besonders bedeutsam ist hierbei die langsamere Ausreifung der Lunge des Fötus. Ebenso sind Stoffwechselstörungen und Verschiebungen im Salzhaushalt des Kindes zu beobachten.

Die größte Gefahr liegt allerdings in der gestörten Entwicklung der Plazenta, welche zu einer kindlichen Mangelversorgung und sogar zum Absterben des Kindes führen kann.

Nach der Entbindung neigen die Neugeborenen von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes zu Unterzucker. Durch regelmäßige Kontrollen innerhalb der ersten 48 Lebensstunden des Babys und gegebenenfalls Zufütterung einer Traubenzuckerlösung können dadurch bedingte Schäden gut vermieden werden.





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