Iphigenia und die Winde

Was Iphigenie mit dem Thema Schwangerschaft zu tun hat? Auf den ersten Blick nicht viel.

Iphigenie – Tochter des Agamemnon, die von ihrem Vater der Göttin Artemis geopfert wird, um der griechischen Flotte für ihre Fahrt nach Troja günstige Winde zu sichern. Von der Göttin entführt, muss Iphigenie auf der Insel Tauris den Tempeldienst versehen.

Nun, zum einen sitze ich nicht auf einer Insel fest – ich bin die Insel! In der 24. Schwangerschaftswoche einen Bauchumfang von 103cm, bei einer im ‚normalen Leben’ schlanken Statur, das gibt zu denken. Oder – es gibt mir zu denken. Nicht von ungefähr fange ich automatisch „Schiebt den Wal zurück ins Meer“ zu summen an, wenn ich an einem Spiegel vorübergehe. Und noch 4 Monate vor mir! Wie soll das denn bitte noch enden?

Zum anderen – das mit den Winden kenn ich auch. Aber ob diese Winde die griechische Flotte weit gebracht hätten, wage ich zu bezweifeln.

Das Wissen, dass es als normal gilt, bis zu 40 Mal am Tag seinen Blähungen Luft zu verschaffen – und dass dieses in der Schwangerschaft auch noch öfter sein kann – hilft mir nicht wirklich weiter.

Wie die Mehrheit der Durchschnittsfrauen stehe ich nicht unbedingt drauf, in Gegenwart meines Liebsten zu flatulieren. Auch wenn’s dem vermutlich ziemlich egal wäre. In einem Bericht hab ich mal gelesen, dass sich Frauen selbst in öffentlichen Toiletten jegliches Darmgeräusch verkneifen. Das glaub ich auf’s Wort.

Aber was bitte kann man als Schwangere überhaupt essen?

Neben den hinlänglich bekannten Lebensmitteln die Blähungen verursachen, wie Kohl und Bohnen, können aber auch vermeintlich ‚harmlose’ Sachen wie Nudeln, Kartoffeln oder Birnen diese Winde hervorrufen.

Von Kaffee, Schokolade, scharf gewürzten oder fetten Speisen, kohlensäurehaltigen Getränken – oder auch nur den Gedanken an eben diese Dinge – bekommen wir Sodbrennen. Und nicht weil unser Baby viele Haare hat oder wir einen Jungen erwarten…

In rohem Fleisch, rohem Fisch oder abgepackten, vorgewaschenen Salaten sitzen die Listerien, die böse Auswirkungen auf das Baby haben können. Allerdings können wir uns auch eine Toxoplasmose-Infektion einfangen – die natürlich – ebenfalls fatale Folgen für unser Kleines haben kann.  Also – Auf Wiedersehen geliebtes medium gebratenes Steak, Bye bye Sushi. Au Revoir weiches Frühstücksei! Wir sehen uns in 9 Monaten wieder.

Der wachsende Druck der größer werdenden Gebärmutter auf den Darmausgang und die Schwangerschaftshormone, die den Transport der Nahrung verlangsamen, führen zu Verstopfung. Fast die Hälfte aller Schwangeren leidet darunter. Und passen wir hier nicht auf, kommt möglicherweise das nächste – für manche von uns unaussprechliche – Problem mit Riesenschritten auf uns zu – Hämorrhoiden.

Nun gut – niemand hat behauptet, dass es für uns Frauen ein Spaziergang ist, unser Volk zu vergrößern. Aber die Aussicht auf dieses kleine, entzückende, gut duftende, weiche Menschlein welches uns letztendlich in die Arme gelegt werden wird, macht doch alles ein wenig erträglicher.

Alles Gute wünscht
Eure Iphigenia





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