Mini und das Schlafengehen
Foto / Privatarchiv E.R.

Mini und das Schlafengehen

Mini ist nun 29 Monate alt und – ihrer Meinung nach – somit quasi erwachsen. Das heißt auch, dass ihr Schlafbedürfnis sich unverhältnismäßig von dem ihrer Eltern weg entwickelt.

Zwar war Mini bis jetzt was das Schlafen betrifft, sehr pflegeleicht, doch damit scheint es vorbei zu sein. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten, den Eltern den Schlaf zu rauben und sie kennt sie alle.

Beim Schlafen gehen werden je nach Laune Mama oder Papa eingeteilt, ihr vorzulesen. Wobei die gewünschte Person natürlich beliebig ausgewechselt werden kann. Denn wenn die Mama sie ermahnt: „Mini, so leg dich doch jetzt endlich ordentlich hin und schlaf“, dann ist sie natürlich raus und Mini brüllt lauthals nach dem  – vermeintlich lieberen – Papa. Umgekehrt ist es genauso.

Überhaupt muss immer jemand bei Madame anwesend sein, bis sie schläft. Gut, das haben wir ihr wohl so angewöhnt, weil wir ja nicht wollten, dass die Prinzessin traurig sein muss, weil sie alleine in ihrem Zimmer ist oder sich vielleicht sogar alleine in den Schlaf weinen hätte müssen.

Also sind wir wohl selber schuld an diesem Zustand und können nur geduldig auf den Tag warten (sie wird dann vermutlich so um die 13 sein…) an dem sie uns nicht mehr bei sich im Zimmer haben will. Da werden wir dann bittere Tränen weinen und uns fragen, wie die Zeit so schnell vergehen konnte.

Momentan reicht Mini aber die bloße Anwesenheit nicht. Sie wünscht Körperkontakt und nimmt dazu Mamas oder Papas Arm, legt diesen ausgestreckt zur Seite, bettet ihr Köpfchen auf den Brustkorb, kuschelt sich in die Kuhle unter der Achsel und „deckt“ sich mit dem Arm von Mama oder Papa zu. Dann, und wirklich erst dann, ist sie bereit, über die Option „Einschlafen“ nachzudenken

Jaja, zuckersüß – schon klar, aber ich gehöre zu den Leuten, die nicht unbedingt stundenlang in der gleichen Position verharren können. Also eigentlich halte ich diese Position schon nach ein paar Minuten nicht mehr aus, überhaupt wenn mich Minis Locken in der Nase kitzeln. Versuche ich mich umzulegen, kommt Protest von meiner Tochter. Am schlimmsten ist es, wenn ich mich zur anderen Seite drehe und sie nur meinen Rücken vor Augen hat.

Lautstarkes Weinen, begleitet von „Mama bitte! Hilfe!“-Rufen, hat zuletzt sogar den Papa ins Schlafzimmer geholt, besorgt was denn da los sei. Gefunden hat er eine – zwar verhalten, aber doch ziemlich heftig – lachende Mama und eine schreiende Tochter. Böse Mama? Vielleicht – aber ich konnte wirklich nicht anders. Die Hilferufe von Mini, bloß weil ich ihr den Rücken zugedreht habe, waren in diesem Augenblick einfach zu komisch.

Eine weitere Möglichkeit die Eltern um den Schlaf zu bringen, heißt: „Ich schlaf zwar brav um halb 8 ein, bin aber dann um 2 Uhr morgens ausgeschlafen und würde gerne unterhalten werden.“

Diese Option ist für mich persönlich die Schlimmste. Denn egal wie lange Mini dann munter ist, sei es nur für die Dauer eines Kakao-Flascherls oder doch für 2 Stunden, ICH bin auf jeden Fall stundenlang hellwach und schaff es nicht mehr einzuschlafen.

Auch kann man jede Wette eingehen, dass genau in dem Moment in dem meine Augen endlich wieder zufallen würden, Mini anfängt ihre Schnuller zu suchen – ja Mehrzahl – einer für den Mund und 1-2 die in den Händen gehalten werden. Oder sie draufkommt, dass sie pinkeln muss. Oder etwas trinken möchte. Oder, oder, oder…

Irgendwie bewundere ich Minis Papa, der meistens einfach daneben liegt und völlig unbeeindruckt von dem Theater das neben ihm geboten wird, weiterschläft. Allerdings bin ich ganz froh darüber, denn manchmal mache ich mir das dann zunutze, indem ich – wenn die Bedürfnisse von Mini alle befriedigt sind und ihr einfach nur noch langweilig ist – meine Decke nehme und ins Wohnzimmer auswandere. Dort kann ich vielleicht doch auch wieder einschlafen, Minis Papa schläft weiterhin den Schlaf des Gerechten und der Kleinen wird es irgendwann doch zu blöd und auch sie schläft wieder ein.

Was mir allerdings auffällt: Je unruhiger Minis Nächte sind, umso mehr kann sie am nächsten Tag. Sei es, dass sie ihre Puzzles plötzlich sicherer legt oder mehr spricht oder einfach ein neues Wort gelernt hat.

In ihrem kleinen Köpfchen scheint es sich zur Zeit ziemlich abzuspielen, unglaublich viele Eindrücke wollen verarbeitet werden.

Tja, und das ist gut so. Auch wenn es grade ein wenig anstrengend für uns ist.





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