Sichelfüße, Kletterfüße und dann auch noch Schienen für die Beine

Sichelfüße, Kletterfüße und dann auch noch Schienen für die Beine

Unserer Kleinen wurden gleich nach der Geburt Sichelfüße diagnostiziert und schon im Krankenhaus sagte man uns, dass wir die Füße massieren müssen.

Auch der Orthopäde stellte bei der ersten orthopädischen Untersuchung dasselbe fest, auch er wies uns an, die Füße der Kleinen zu massieren.

Sichelfüsse nur massieren?

Bei den folgenden Terminen schien es manchmal, dass die Sichelfüße besser werden und manchmal, dass das ganze Prozedere des Massierens wohl nichts bringt.

Beim nächsten Besuch hieß es dann, die kleinen Füße seien nun auch auf der Außenseite zu stimulieren, weil das jetzt „Kletterfüße“ werden könnten.

Beinschienen als Therapie

Nach langem Hin und Her, bekam die Kleine Beinschienen verpasst.

Nachdem man doch im Internet alles findet, wollte ich mich mal über diese Schienen informieren und auch über Kletterfüße. Eventuell auch Fotos von anderen Kinderbeinchen finden und mit denen vom Baby vergleichen. Ein frommer Wunsch – denn weder zu dem einen noch zu dem anderen Thema findet man wirklich ausreichende Informationen.

Irgendwann fanden wir dann den Fachausdruck für diese Beinschienen – „Lagerungsorthesen“ und auch den für die Kletterfüße – „Pes supinatus“ – und damit auch ein wenig Information.

Wie auch immer, der Zwerg wird komplett hysterisch wenn wir ihr diese Folterinstrumente anlegen. Schreit wie am Spieß, wirft die Arme in die Luft und fuchtelt wie wild herum und die einzige Möglichkeit, dass sie ein bisserl ruhiger ist, ist sie hochzunehmen und mit ihr herumzugehen.

Was aber bei einem 8 kg Kind, welches durch diese Schienen auch noch sehr, sehr unhandlich ist, für die geforderten 10 – 12 Stunden, die sie die Dinger tragen soll, schlichtweg unmöglich ist…

Was also tun?

Nun, zum einen auf jeden Fall noch eine Meinung von einem zweiten Facharzt einholen und dann – so es denn wirklich sein muss – die Diagnose und vor allem die Therapie akzeptieren.

Die Kinder sind viel anpassungsfähiger als wir denken. Sie arbeiten mit uns zusammen und spiegeln unsere Gefühle wieder. Sind wir selbst unsicher und unglücklich weil wir ihnen „so etwas antun“ müssen, greifen die Kleinen diese Gefühle sofort auf. Da heißt es, ihnen positive Gedanken zu vermitteln.

Wenn man den Kindern erklärt, wie wichtig solche Beinschienen – oder andere Therapiemaßnahmen – sind, erklärt man es sich doch eigentlich auch selbst. Das hilft dabei konsequent zu bleiben.

Denn die Konsequenz ist ein wichtiger Faktor!

Die Lagerungsorthesen tun den Kindern nicht weh, sie sind ungewohnt, sind lästig. Auch wir Erwachsenen würden uns nicht freuen, so etwas tragen zu müssen. Auch wenn es „nur“ zum Schlafen ist.

Baby mit BeinschienenGibt man in den ersten Tagen nach, hat man meistens verloren. Die Kinder merken es sehr schnell, dass sie durch ausreichendes Geschrei von den störenden Dingern befreit werden.

Also, auch wenn es uns weh tut – da müssen wir wohl durch.

Zu guter Letzt muss man sich wohl immer wieder die Alternativen vor Augen halten. Denn, dass die Kleine später Probleme und Schmerzen beim Gehen hat, das wollen wir ja auf gar keinen Fall.

Die besten Grüße von Eurer Iphigenia





Kategorien: aus Mamas Sicht, Erfahrungsberichte
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4 Kommentare zu “Sichelfüße, Kletterfüße und dann auch noch Schienen für die Beine”

  1. Ja, das ist schwierig da konsequent zu bleiben, aber durch aus notwendig – man tut dem Kind ja eigentlich nur Gutes – nur leider weiß das das Baby noch nicht und dem Kind das immer wieder zu erklären find ich gut, auch wenn es das Baby nicht aufnimmt, man selbst kann sich dann sicher besser mit der Situation abfinden.

  2. hallo,
    ich komme gerade mit meinem sohn von der u4 und unser kinderarzt hat bei unserem Sohn auch kletterfüße festgestellt, jetzt müssen wir in eine klinik, ich mache mir total sorgen das das bleiben könnte oder das er wenn er diese schienen krigt nicht damit klar kommt, sie nicht akzeptiert…
    jedenfalls kann ich mir jetzt mehr darüber vorstellen was das so ist

    • Hallo liebe July!

      Kopf hoch! Wir haben unserer Kleinen damals nach nochmaliger Rücksprache mit dem Orthopäden die Schienen dann doch nicht angezogen. Nachdem sie nur hysterisch geschrien hat, hätte das keinen Sinn gemacht… Jetzt läuft sie schon fleißig herum. Wir müssen jetzt zwar mal zur Kontrolle – das schieb ich ein bissel vor mich hin – aber es wird demnächst erledigt!

      Ich werd dann einfach hier mal erzählen, wie es jetzt ausschaut!

      Freut mich, dass dir unser Artikel ein wenig Information gebracht hat!

      Lg

      Tina vom derStrampler-Team

  3. Hallo,
    Ich bin selbst mit der Diagnose Sichelbeine geboren. Meine Mutter fand die Schnienen unpassend für ein zartes neugeborenes Baby, darum hat sie mir täglich die Beine massiert. Später hatte ich für ca 3 jahre orthopedische Schuhe. Ich konnte mich jederzeit frei bewegen, heutzutage ist alles in Ordnung.
    Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie sich gegen die Schienen durchgesetzt hat!!!

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