Steißlage – Beckenendlage
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Steißlage – Beckenendlage

Wenn sich das Baby nicht dreht

Am Ende der Schwangerschaft sollte das Baby mit dem Kopf nach unten liegen, aber manche Babys drehen sich lange nicht in die optimale Position. Sie bleiben in der so genannten Steißlage. Doch auch eine Geburt aus der Steißlage ist problemlos möglich. Das Baby wird dabei eben mit dem Po zuerst geboren. Zwingend notwendig ist ein Kaiserschnitt auch bei der Beckenendlage nicht. Ist der Kopf des Babys nicht größer als der Rumpf, wiegt es nicht mehr als 4 und nicht weniger als 3 kg, ist es weder zu groß noch zu klein und liegen die Füße des Kindes neben seinen Ohren und nicht vor dem Muttermund ist auch eine Spontangeburt aus der Steißlage möglich.

Sowohl bei der Geburt als auch bei der Vorbereitung ist Professionalität gefragt.

Die Geburt aus der Beckenendlage birgt allerdings Risiken für das Kind, da eine Unterversorgung mit Sauerstoff auftreten kann. Auch ist diese Geburt für das Kind etwas anstrengender als bei einer Schädellage. Für die Mutter hingegen fühlt sich die Geburt zunächst nicht anders an, als wenn das Kind mit dem Kopf zuerst kommt. Das Kind muss sich mit dem Steiß in den Geburtskanal genauso einfügen und drehen, als würde es mit dem Kopf zuerst kommen.

Wenn der Po draußen ist, rutscht der Kopf in den Beckenring. Da es jetzt natürlich sehr eng ist, drückt der Kopf die Nabelschnur ab, und das Baby muss nun rasch vollständig geboren werden. Jetzt muss der Kopf die gleichen Drehbewegungen machen wie vorher der Körper. Deshalb wird das Kind vom Frauenarzt in bestimmter Weise angefasst, gedreht und hochgehoben. Diese Handgriffe heißen Manualhilfe und tun dem Kind nicht weh.

Die Mutter wird das Ende der Geburt aus der Beckenendlage wahrscheinlich beschwerlicher empfinden. Sie kann jetzt nicht mehr die von ihr bevorzugte Körperhaltungen einnehmen, sondern muss gut mit den Geburtshelfern zusammenarbeiten.

Wird dennoch eine normale Geburt angestrebt, wird meist eine Periduralanästhesie (PDA) empfohlen. Damit bleibt die Mutter entspannter und die geburtshilflichen Eingriffe zum Ende der Geburt des Kindes werden als weniger unangenehm empfunden.

Außerdem ist bei der Geburt aus der Steißlage ein Dammschnitt meistens nicht zu vermeiden.

Heute kennt man viele Mittel, die das Baby bewegen können sich zu drehen

Manche Babys drehen sich leider nicht von alleine in die optimale Geburtsposition. Durch verschiedene Techniken kann man versuchen, auch diese Kinder dazuzubewegen sich zu drehen. Alle diese Mitteln und Techniken sollten Sie aber nur unter professioneller Anleitung anwenden!

Indische Brücke

Mit der Indischen Brücke können Sie frühestens ab der 32. Schwangerschaftswoche beginnen. Legen Sie sich am Rücken auf den Boden und lagern Sie die Beine ca 40 cm höher. Die Unterschenkel sollen dabei waagrecht liegen. Auch das Becken wird hochgelagert, am Besten mit Hilfe eines Kissens. Dabei versuchen Sie entspannt zu bleiben und ruhig ein- und auszuatmen. Diese Übung muss allerdings häufiger gemacht werden, am Besten ein- bis zweimal täglich für 10 – 15 Minuten. Und das über einen Zeitraum von 1 – 2 Wochen. Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Baby sich gedreht hat, dann machen Sie mit der Durchführung der Indischen Brücke nicht mehr weiter.

Doch man muss erwähnen, dass die Indische Brücke nur mäßig von Erfolg gekrönt ist. Nicht zuletzt deshalb, weil die Schwangere sie häufig als sehr unbequem empfinden und damit natürlich auf der Entspannungseffekt auf der Strecke bleibt.

Moxen – Moxatherapie

Es ist eine alte chinesische Tradition, Kinder, die sich im letzten Schwangerschaftsdrittel noch immer in Beckenend- oder Querlage befinden, durch Wärmeanwendung an einem bestimmten Akupunkturpunkt mit Hilfe von brennendem Moxakraut (Moxazigarre) zu einer Drehung in die günstigere Schädellage zu veranlassen.

Moxazigarre, Moxen

Behandlung mit einer Moxazigarre

Das Moxen ist also eine Form der Akupunktur, eine Wärmeakupunktur. Mithilfe der Moxazigarre, die hauptsächlich aus getrocknetem chinesischen Beifußkraut besteht, wird ein bestimmter Punkt an den Füßen der Schwangeren erwärmt. Dadurch kommt es meist zu vermehrten Kindsbewegungen, die bis zu 24 Stunden anhalten können. Die starken Bewegungen führen oft zu einer Drehung des Babys in die Schädellage.

Nach einer Studie der Frauenklinik Mannheim erhöhen sich durch das Moxen die Spontandrehungen bei Erstgebärenden von 25 % auf über 50%. Komplikationen, wie ein vorzeitiger Blasensprung oder negative Einflüsse auf die kindlichen Herztöne konnten nicht beobachtet werden. Allerdings darf die Moxatherapie bei vorzeitigen Wehen nicht angewendet werden, da sich die Wehen dadurch verstärken können.

Das Moxen beruht ausschließlich auf Erfahrung, wissenschaftlich fundiert ist diese Technik nicht.

Die äußere Wendung

Die äußere Wendung erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl und darf auch ausschließlich von einem sehr erfahrenen Geburtshelfer durchgeführt werden. Zudem sollte bei jedem Versuch einer äußeren Wendung ein komplettes OP-Team bereitstehen, so kann beim Auftreten einer Komplikation sofort ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Bei der äußeren Wendung versucht der Geburtshelfer mit beiden Händen das Kind von außen zu drehen. Hat er Erfolg, so macht das Baby einen kleinen Purzelbaum – eine Rolle rückwärts und kommt von der Steißlage in die Schädellage. Wie gesagt – die äußere Wendung erfordert viel Erfahrung und entsprechende Vorsicht da sich dabei die Plazenta vorzeitig ablösen kann. Der Geburtshelfer muss diese Technik absolut beherrschen und so bieten auch nicht alle Kliniken die äußere Drehung an.

Am besten vorab im ausgewählten Krankenhaus erkundigen.

 

Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden. Der Inhalt von kann und darf auf keinen Fall verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Selbstbehandlung durchzuführen.

 






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