Ein paar Gedanken zum Thema Stillvorbereitung

Zu allererst muss ich mal sagen, dass ich das Stillen für das Natürlichste und Schönste halte, das sich zwischen Mutter und Neugeborenem abspielen kann.

Während in den 60er Jahren das Stillen eher verpönt war und jungen Mütter in den Krankenhäusern eher vom Stillen abgeraten wurde, genießt das Stillen heute wieder einen hohen Stellenwert.

Hielt man damals Muttermilch für ungesund, mit Schadstoffen belastet und Flaschennahrung für wesentlich nahrhafter – außerdem ruinierte man sich den Busen damit nicht – weiß man heute um die Wichtigkeit der Muttermilch.

Warum dieser an sich natürliche Vorgang des Stillens heute dann teilweise so dramatisiert wird, verstehe ich deswegen nicht.

Schwierigkeiten beim Stillen durch „Stillinformationen“?

Und seit kurzem bin ich überzeugt, dass durch manche „Stillinformation“ Schwierigkeiten eigentlich geschürt werden, anstatt werdenden Müttern die Unsicherheit zu nehmen.

stillfotoIm Rahmen unseres Geburtsvorbereitungskurses war nun auch das Thema „Stillen“ an der Reihe. Und obwohl ich meine dritte Tochter 8 Monate lang ohne größere Probleme, sehr entspannt und auch erfolgreich gestillt habe, haben mein Mann und ich auch diesen Kurs besucht.

Von mir aus hauptsächliche deswegen, weil unser Kleines ja doch das erste Baby meines Mannes ist und ich auch wollte, dass er zum Thema Stillen Informationen von erfahrenen Leuten hört.

Obwohl er ohnehin sehr gut informiert ist und dem Stillen – ebenso wie ich – nur positiv gegenüber steht.

Hätten wir es bloß gelassen…

Begleiten statt Belehren

Dieser Teil des Kurses wurde von einer anderen Dame gehalten, die wir beide schon nach 2 Minuten als äußerst unsympathisch und unangenehm empfanden. Belehrend statt lehrend, überheblich statt begleitend, besserwissend statt informierend.  „Du musst“-Botschaften, statt die Freude und das Schöne am Stillen vermittelnd.

Abgesehen davon, können es weder mein Mann noch ich leiden, von einer Wildfremden als „Mami“ und „Papi“ tituliert zu werden.

Von 12 werdenden Müttern bin ich dort die einzige die bereits Kinder hat. Und darum auch die einzige die bereits Erfahrung mit dem Stillen hat. Während dieses Vortrages kam dann bei mir die Frage auf, wie diese Erstgebärenden mit den Informationen die wir dort bekamen wohl umgehen. Und wie sie sie empfinden.

Denn hätte ich nicht bereits Erfahrung mit dem Stillen, hätte ich mich entschlossen meinem Baby ab dem ersten Tag Flaschennahrung zu geben.

Natürlich gibt es viele junge Mütter die Stillprobleme haben, weswegen auch immer. Aber wie bereits erwähnt, ich denke dass durch solche Art von Information manche Probleme künstlich herbeigeführt werden.
Ist doch wohl klar, dass ich als Mutter versuche eine möglichst bequeme Position zum Stillen einzunehmen. Sei das jetzt tagsüber auf einem Stuhl oder einem Sofa oder des Nachts im Bett im Liegen.

Information bitte ohne Druck!

Dafür brauch ich niemanden der mir mit erhobenen Zeigefinder sagt, dass ich mich „genauso hinzusetzen oder hinzulegen habe…“

Wie aber sieht das jetzt eine Erstgebärende, die die Erfahrung eben noch nicht hat?

Und auch mit einer Aussage, dass die Babys alle 3 Stunden trinken MÜSSEN und wir sie – sollten sie schlafen – aufwecken MÜSSEN – indem wir sie ausziehen und sie dann kitzeln und ähnliches. Und das solange bis das Baby schreit – kann ich nichts anfangen. Tut mir Leid.

Stellt Euch mal vor, Euch weckt jemand und sagt, Ihr sollt Euch jetzt ausziehen und essen obwohl Ihr müde seid… wär doch auch nicht gerade schön, oder?

Ich werd auf jeden Fall alles was die gute Frau da so erzählt hat, ganz schnell wieder vergessen und darauf hoffen, dass das Stillen auch dieses Mal so wunderschön wird, wie zuletzt!





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