Was kinderlose Menschen nicht kennen

Was kinderlose Menschen nicht kennen

Kinderlose kennen die Welt um sechs Uhr morgens am Sonntag nicht. Sie wissen nicht, wie es ist, an einem Sonnabend schon um 19.45 Uhr ins Bett zu gehen.

Sie kennen nicht das Gefühl der Panik, wenn ihnen bei einem Spaziergang eine leise Stimme zuflüstert: „Ich muss mal auf’s Klo.“

Ach, und sie wissen nichts von Monstern, die nachts im Zimmern lauern und vertrieben werden müssen…

Sie ahnen nicht, dass man ein krakeliges Gewirr aus Strichen und Kreisen für wunderschön halten kann.

Sie kennen keine Bettdecken, die nachts eigenmächtig von kleinen Körpern rutschen.

Sie kennen das beruhigende Gefühl nicht, wenn man leisen Atem spürt.

Sie wissen nicht wie es ist, wenn sich bei Gefahr eine kleine Hand in die eigene schiebt.

Haben noch nie ein Pflaster auf eine Wunde geklebt, die keine ist.

Sie kennen das Gefühl nicht, ein nasses Kind in ein Badetuch zu wickeln und es an sich zu drücken. Sie wissen nicht mehr, dass Haarewaschen unsagbar widerlich ist.

Sie haben noch nie ein Königreich für einen Schnuller eintauschen wollen.

Sie kennen den weißen Schimmer im Gaumen nicht, der ein Zahn wird.

Sie sind ausgeschlafen, gut. Sie haben Zeit für sich, auch gut.

Sie müssen auch nicht die Giftnotrufzentrale anrufen und fragen, ob es schädlich ist, Sonnenmilch zu trinken. Sie müssen keine verwüsteten Zimmer aufräumen. Kein Spielzeug reparieren. Sie müssen niemals unmögliche Fragen beantworten. Sie brauchen nicht Nächte durch zu wachen, weil ein Wesen vierzig Grad Fieber hat, das noch nicht einmal einen Meter groß ist.

Sie brauchen nicht zu untersuchen, bewachen, verhindern, wiegen, messen, säubern, tragen und zu schaukeln.

All das brauchen sie nicht. All das dürfen sie nicht…





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8 Kommentare zu “Was kinderlose Menschen nicht kennen”

  1. Das was hier beschrieben wird, ist wohl eher das Leben von sozial komplett isolierten, sorglosen Einsiedlern und Einsiedlerinnen als dass von kinderlosen Menschen.

  2. Da hat Steffi wohl nur den ersten kleinen Absatz gelesen…, oder auch sie würde gerne ein Königreich für einen Schnuller eintauschen :)

  3. Hi Heinz,

    ich versteh Deine Antwort nicht und auch ganz offensichtlich auch das Gedicht nicht. Ich war auch brav und habs bis zu Ende gelesen. Trotzdem weiß ich nicht wie Deine Antwort gemeint ist. Hast Du die Muse mir das mal kurz zu erklären?

  4. Ich seh das so:

    Manchesmal raubt dir der Nachwuchs den letzten Nerv und du bist mit deiner Kraft am Ende. Und du pfeiffst einfach nur drauf, dass die Welt morgens um 6 wunderschön ist. Weil du sie morgens um 6 höchstens beim Heimgehen von der Disko bewundern willst. ;)

    Und die Monster die man allabendlich vor dem Schlafengehen in komplett verwüsteten Zimmern vertreiben muss, nerven unendlich…

    Und über Anrufe bei der Giftnotrufzentrale müssen wir ja wohl gar nicht sprechen – die sind einfach schrecklich!!!

    Doch wenn man dann so einen Text liest, legt sich ein Lächeln auf’s Gesicht (zumindest auf meines) und plötzlich sieht man all diese Sachen in einem anderen Licht.

    Drum ist der Text für mich (für Heinz kann ich nicht sprechen) ein wenig ein „Mutmach-und-Durchhalte“ Text für Jungeltern. Nicht mehr und nicht weniger.

    Liebe Grüße
    Tina
    Redaktion derStrampler

  5. Ich finde das Gedicht sehr verletzend gegenüber Menschen ohne Kinder. Insbesondere solchen, die ungewollt kinderlos sind. Aber auch seh diskriminierend gegenüber denjenigen, die sich gegen Kinder entschieden haben. Ich liebe Kinder, habe mich aber aus gesundheitlichen Gründen dagegen entschieden. Meine Welt ist reich und bunt, denn ich kann reisen, an vielen Besprechjungen teilnehmen, kenne also sehr wohl die Welt am Sonntag um 6 Uhr morgens. Nein, ich bin keine Kinderhasserin. Ich liebe Kinder, sehr sogar. Aber ich hatte nie das Glück, einen Mann zu finden, mit dem ich eine Familie hätte gründen können. Dennoch bin ich als Kinderlose zufrieden. Ich hasse es, beleidigt zu werden, und ich beleidige auch keine Frauen, die sich für Kinder entscheiden. Ich verstehe es, wenn sie glücklich sind. Drei meiner vier engsten Freundinnen haben Kinder, die ich aufwachsen sehen darf. Sie sehen ihr Leben als erfüllt an, ich meins auch. Ich respektieren ihr Leben und sie repsektieren meines. Der Text oben respektiert das Leben kinderlose Menschen nicht.

  6. Was ein totaler Quatsch dieser Spruch!!!!!Es gibt leider Frauen und Männer die keine Eltern werden können . Und die Frauen die keine Kinder haben so wie ich, arbeiten in Vollzeit und können nicht wie die Mama s morgens schön frühstücken gehen und in der Stadt bummeln. Auch haben solche Frauen, sehr wenig Freizeit, da man den ganzen Tag arbeiten muss.
    Soviel zu dem blöden Thema!!
    Ihr armen Eltern tut mir so leid ha ha

  7. Ps. Ich muss jeden morgen um 5 Uhr aufstehen und kann mich nicht nochmal hinlegen wie die armen Mami’s. Und die Entscheidung ein Kind zu bekommen, ist jedem selbst überlassen, da darf man auch nicht jammern!!!

  8. Ich sehe es auch ein wenig als Schlag ins Gesicht. Es stimmt, dass Kinderlose all diese Sachen nicht durchmachen dürfen, können oder wollen. Jeder verdient für seine Entscheidung Respekt – und den sehe ich in diesem Text leider nicht.
    Jeder ungewollt Kinderlose würde alles für ein Kind geben, ihm so etwas vorzuwerfen finde ich respektlos und arrogant.
    Freuen Sie sich einfach über das Glück was sie haben und urteilen Sie nicht über andere.

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