Wege zur Adoption

Wege zur Adoption

Wie der Familienzuwachs doch noch Wirklichkeit werden kann

Zahlreiche Paare, denen eigener Nachwuchs verwehrt geblieben ist, möchten ihren Kinderwunsch durch Adoption verwirklichen. In Deutschland kommen derzeit sieben mögliche Adoptiveltern auf ein minderjähriges Kind, was dazu führt, dass Paare zunehmend auf Auslandsadoptionen zurückgreifen. Das Thema Adoption hat in den letzten Jahren auch in Patchworkfamilien erheblich an Bedeutung gewonnen. Nach Angabe des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2010 mehr als die Hälfte aller Adoptionen Annahmen durch den neuen Ehepartner des leiblichen Elternteils (Stiefkindadoption).

Nicht jedes Paar kann adoptieren

Eine Adoption ist ein großer Schritt mit weit reichenden Folgen für Eltern und Kind und ist daher vom Gesetzgeber an strenge Voraussetzungen geknüpft. Nicht jedes Paar mit unerfülltem Kinderwunsch kann in Deutschland adoptieren. Sowohl bei der Minderjährigen- als auch bei der Erwachsenenadoption muss zunächst ein angemessener Altersunterschied zwischen Eltern und Kind bestehen.

 

   - Ein minderjähriges Kind kann nur adoptiert werden, wenn dies dem
     Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass ein
     Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Zumindest ein Elternteil muss
     25 Jahre oder älter sein, bei einer Stiefkindadoption 21 Jahre.
     Ferner müssen die leiblichen Eltern des Kindes bzw. der Vormund
     in die Adoption einwilligen. Ehepaare können ein Kind nur
     gemeinschaftlich adoptieren, es sei denn es handelt sich um das
     Stiefkind eines Ehegatten. In diesem Fall ist die alleinige
     Adoption durch den anderen Ehepartner möglich. Nichtverheiratete
     können ein Kind dagegen nur alleine adoptieren, selbst dann,
     wenn sie in nichtehelicher Lebensgemeinschaft leben. Gleiches
     gilt für eingetragene Lebenspartner. Erlaubt ist Lebenspartnern
     jedoch die Adoption von Stiefkindern z.B. aus früherer Ehe eines
     Partners.

Ein adoptiertes minderjähriges Kind wird rechtlich gegenüber seinen Adoptiveltern und deren Verwandten wie ein leibliches Kind behandelt.

Das gilt insbesondere für das Unterhalts-, Erb- und Pflichtteilsrecht. Außerdem erhält das Kind den Nachnamen der Adoptiveltern. Gleichzeitig erlöschen alle bisherigen Verwandtschaftsverhältnisse zur „alten“ Familie. Und das kann auch nicht mehr rückgängig gemacht werden.

 

   - Eine Erwachsenenadoption ist dagegen nur dann zulässig, wenn sie
     "sittlich gerechtfertigt" ist, insbesondere wenn ein
     Eltern-Kind-Verhältnis bereits entstanden ist. Nur
     familienbezogene Gründe können die Adoption rechtfertigen.
     Steuerrechtliche Vorteile, wie etwa höhere Freibeträge im Rahmen
     der Erbschaft- und Schenkungsteuer reichen dagegen nicht aus.
     Bei der Adoption eines verheirateten Erwachsenen muss außerdem
     dessen Ehegatte zustimmen. Die Adoption eines Volljährigen hat
     in der Regel nicht so weitgehende Wirkungen wie die eines
     Minderjährigen. So bleiben normalerweise die
     Verwandtschaftsverhältnisse zur alten Familie bestehen und die
     Verwandtschaft zu den "neuen Eltern"  (einschließlich erb-, aber
     auch unterhaltsrechtlicher Ansprüche!) kommt einfach noch dazu.
     Der Adoptierte erhält schließlich den Nachnamen der
     Adoptiveltern, es sei denn sein Ehegatte widerspricht.
   - Werden Kinder ausländischer Staatsangehörigkeit in Deutschland
     adoptiert oder soll eine im Ausland durchgeführte Adoption in
     Deutschland anerkannt werden, so muss zunächst geklärt werden,
     welchem Recht die Adoption unterliegt und ob zusätzliche
     Vorschriften, wie etwa internationale Übereinkommen beachtet
     werden müssen. Ein minderjähriges ausländisches Kind erhält
     durch die Adoption die deutsche Staatsangehörigkeit, ein
     Erwachsener dagegen nicht.

Jede Adoption muss zunächst durch eine notariell beurkundete Erklärung beim Familiengericht beantragt werden. Der Notar berät umfassend zu den rechtlichen Voraussetzungen und Wirkungen einer Adoption. Er entwirft die notwendigen Anträge und Einwilligungen, klärt über zu beschaffende Unterlagen auf und reicht den beurkundeten Antrag zum Familiengericht ein, um den Adoptionsbeschluss herbeizuführen.





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