Zeckenbiss – was tun?

Zeckenbiss – was tun?

Alle Jahre sobald es warm wird, hören wir wieder von ihnen. Den Zecken. Wie sehr könnten wir die Natur genießen, würden sie nicht im Gras und in den Büschen auf ihre Opfer lauern.

Es ist ein ziemlich verbreiteter Irrglaube, dass die Zecken auf den Bäumen sitzen und sich auf uns Menschen herunterfallen lassen. Viel mehr halten sie sich in im hohen Gras, im Unterholz oder auf niedrigen Sträuchern auf und sind  auch bereits für kleine Kinder eine Gefahr.

Begibt man sich also auf eine Wanderung, ist es ratsam lange Ärmel und lange Hosen zu tragen und die Socken am besten über die Hosen zu ziehen. Nur – wer geht im Sommer schon so in den eigenen Garten? Und auch dort, kann es durchaus passieren, dass man selbst oder die Kinder von einer Zecke befallen werden.

Ein wenig kann man die kleinen Biester auch mit Insektenschutzmitteln abschrecken, trotzdem sollte man nach jeder Wanderung, jedem Ausflug oder einfach nach der Gartenarbeit den Körper gewissenhaft nach Zecken absuchen und duschen. So hat man meistens noch Erfolg, noch nicht festgebissen Zecken zu finden bzw. gleich abzuwaschen.

Denn Zecken beißen sich nicht sofort fest, sie suchen einmal eine nette Stelle, an der sie sich wohl fühlen. Besonders beliebt sind Hautfalten wie Achseln, Kniekehlen oder auch unter dem Busen. Bei unserer Kleinen hat sich so ein Biest in der Nähe der Schamlippen festgebissen.

Sind sie oft in der freien Natur unterwegs und leben in einem FSME Gefahrengebiet, ist es ratsam über eine Zecken-Schutzimpfung nachzudenken.

Impfung gegen FSME

Bei der Zecken-Schutzimpfung ist allerdings zu bedenken, dass sie nur gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wirksam ist. FSME wird über einen Virus übertragen, mit dem vergleichsweise wenige Zecken infiziert sind. Auch kommt der Virus nicht in allen Gebieten vor. Informieren Sie sich darüber ob Sie in einem Risikogebiet zuhause sind oder Ihr Ausflugsziel in einem Risikogebiet für FSME liegt.

Risikogebiete in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die FSME bricht bereits kurz nach dem Biss aus, die Symptome sind immer gleich. Der Patient erkrankt an einer Art „Sommergrippe“, manche bekommen sehr hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und leiden unter heftigem Erbrechen. Typisch für FSME ist ein Ziehen im Nacken.

Eine Hirnhautentzündung, welche durch den Biss einer Zecke hervorgerufen wurde, heilt in der Regel wieder gut ab, muss aber auf jeden Fall durch einen Arzt behandelt werden! Das Gehirn kann sich nämlich in Folge selbst entzünden und dann besteht unter Umständen auch Lebensgefahr!

Den einzig sicheren Schutz vor FSME bietet eine Vorsorge-Impfung!

Borreliose

Gegen die Borreliose – die zweite durch Zecken übertragbare Krankheit – gibt es keine Vorsorgeimpfung. Allerdings lässt sich eine rechtzeitig erkannte Borreliose sehr gut durch die Gabe von Antibiotika behandeln.

Die Borreliose Bakterien sind auch um einiges verbreiteter als das FSME-Virus. Fast jede 5. Zecke trägt diese Bakterien in sich. Das erste Anzeichen für eine Borreliose Erkrankung ist eine Rötung der Bissstelle, die sich in Folge kreisförmig ausdehnt. Dies kann allerdings auch erst bis zu 6 – 16 Wochen nach dem Zeckenbiss geschehen. Darum sollte man die Bissstelle auch dementsprechend lange beobachten. Auch bei der Borreliose kommt es zu grippeähnlichen Symptomen.

Wird die Borreliose nicht erkannt und mit Antibiotika behandelt, kann es zu einer chronischen Erkrankung der Haut, der Gelenke, der Nerven und sogar der inneren Organe – bis hin zu einer Herzmuskelentzündung kommen.

Was also tun bei einem Zeckenbiss?

Hat man sich entgegen aller Vorsicht nun doch eine Zecke eingefangen, gilt es diese so rasch wie möglich zu entfernen.

Zeckenzange

Zeckenzange

Am besten benutzen Sie dazu spezielle Zecken-Zangen. Eine Zeckenzange ist eine Zange, die – ähnlich wie ein Kugelschreiber – auf Druck die Zangen öffnet und auf Loslassen wieder schließt. Diese praktischen Helfer sind in Apotheken oder Drogeriemärkten erhältlich.

Man packt die Zecke möglich weit unten, ganz nahe an der Bissstelle mit der Zange und dreht sie anschließend ganz einfach heraus.

Natürlich ist die Entfernung der Zecke auch mit einer Pinzette möglich, allerdings ist dies nicht ganz so einfach wie mit der Zecken-Zange, vor allem bei kleinen Kindern tut man sich mit der Zange um einiges leichter.

Wichtig ist, dass die Zecke beim Entfernen nicht zerdrückt oder ihr der Kopf abgerissen wird. Durch das Zerdrücken können nämlich auch noch die Viren oder Bakterien in den menschlichen Körper gelangen.

Ist der Kopf der Zecke abgetrennt und in der Haut verblieben, suchen Sie so rasch wie möglich einen Arzt auf!

Haben Sie das komplette Tier erfolgreich entfernt, sollten Sie die Bissstelle auch noch gründlich desinfizieren.

Kein Öl verwenden!

Wurde früher noch die Meinung vertreten, dass man die Zecke vor dem Entfernen mit Öl, Nagellack oder Klebstoff „betäuben“ sollte, so weiß man heute, dass dadurch die Zecke in einen Todeskampf gerät und dadurch ebenfalls die gefürchteten Krankheitserreger abgibt.

 





Kategorien: Baby & Kleinkind, Erste Hilfe Tipps, Magazin
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  1. Achtung Zecken – Die Blutsauger kommen! | Bikinifigur - 8. Juni 2011

    […] Antibiotika.Durch geeignete Kleidung und Duschen nach Aufenthalten im Freien kann und sollte den Gefahren vorgebeugt werden. Dabei sollte man auch Achselhöhlen und Zehenzwischenräume absuchen und aufgesprungene […]

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